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Düngeverordnung 2018   

 
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osch
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BeitragVerfasst am: Do, 12. Apr 2018 11:54    Titel: Düngeverordnung 2018   Antworten mit Zitat

Ich mach mal einen post auf für die Düngeverordnung 2018
Da wir ja einige hier haben die einen eigenen Stall / Offenstall haben
betrifft es uns direkt und macht in Deutschland die Pferdehaltung schwierig
bzw. fast unmöglich wenn die Düngeverordnung 2018 in vollem Umfang
durchgesetzt wird.
Da rollt etwas grosses auf uns zu und es bleibt zu befürchten das wir die hohen Auflagen
nicht stemmen können.

Ich zitiere hier mal eines unserer VFD Mitglieder Wolfgang Volknat der geschockt von einem Vortrag kam:

Zitat:
DÜNGEVERORDNUNG 2018

Ich habe mir vor einigen Wochen einen Vortrag zur neuen Düngeverordnung angetan – und war entsetzt über die Auswirkungen auf die private Pferdehaltung. Ich habe selbst auf einem Resthof im Aussenbereich bis zu sechs Pferde gehalten und sehe für meine eigene Anlage eigentlich keine Zukunft mehr. Die Vorgaben , die angedacht sind , machen den Bau von Stallanlagen so aufwendig und teuer , daß das nicht mehr zu stemmen ist. Ich gehe davon aus , daß ca 70% der z. Z. Bestehenden privaten Pferdehaltungen vor dem Aus stehen.

Hier mal ein grober Umriß , was auf euch zurollt:

Nachdem unsere Regierung bisher jahrelang in Richtung Gewässerreinhaltung nichts gemacht hat, sieht man sich unter Zugzwang und kreierte eine neue Düngeverordung.

Keine Illusionen: das Ding ist seit dem 01.01.18 in Kraft - und wir alle haben die Auswirkungen verschlafen. Eine Verschärfung der Vorgaben ist bis 2020 geplant.

Ziel des ganzen Monstrums ist es , die auf dem Acker ausgebrachten Stoffe unter Kontrolle zu bringen. Langfristig muß jeder Betrieb eine Stoffbilanz aufstellen: Was geht zum Hoftor rein , was geht raus.

Hier kommt der erste Pferdefuß für uns: Einfach mal eine Fuhre Mist beim Nachbarn abgeben ist nicht - der Landwirt braucht ein Certifikat über die Inhaltsstoffe der Fuhre. Langfristig werdet Ihr wohl keinen Landwirt mehr finden , der euch dem Mist abnimmt - der Verwaltungsaufwand , der damit verbunden ist , ist zu hoch.

Des weiteren will man die Rückstände der Tierhaltungen unter Kontrolle bringen. Dazu will man ausgehend von den Eintragungen der Tierseuchenkasse die Tierhalter anschreiben und sich ein Entsorgungskonzept für den Mist vorstellen lassen.

Ihr werdet zwischen die Mühlen des Datenaustausches kommen:

Veterinäramt u. Tierrrseuchenkasse
- Tierbestandsdaten
Zahlstellen f. GAP Prämien
- Flächennutzungsdaten
Bauämtzzer u. Immisionsschutzbehörden
-genehmigte Stallplätze
- genehmigte Lagerstätten für Wirtschaftsdünger
-Abnahmeverträge für Wirtschaftsdünger

Ausnahmen hierfür:

Betriebe , die auf keinem Schlag mehr als 50 Kg N/Ha oder mehr als 30 Kg Phosphat ausbringen

Betriebe mit insgesamt < 15 Ha Acker u. Grünland und einem Jahresanfall von höchstens 750 Kg N aus eigener Tierhaltung und ohne Aufnahme von Wirtschaftsdünger

Baum u. Baumobstflächen , Kurzumtriebsplantage , reien Weideflächen mit N-Zufuhr durch Ausscheidungen von Weidetieren von man 100Kg N/ha ohne zusätzliche Düngung

Diese Ausnahmen reißt eigentlich jeder , der 3 Pferde auf kleiner Fläche hält.
=======================
Nährstoffmengen in Pferdemist (bei 25% TS) N (kg) P2O5 (kg) K2O (kg)
in 100 dt Mist (inkl. Lagerverlust für N) 57 34 97

450 kg Lebendgewicht 68 32 61

Stute mit Fohlen 86 37 88
(Zit. b. Elsäßer, 1999)
=========================

Die Vorgaben für Stallanlagen werden verschärft. So reicht z. B. Ein Betonboden nicht aus - es wird eine Folie unter dem Beton mit einer Kontrollmöglichkeit (Dichtigkeit ) vorgeschrieben


Regenwasser:

Regenwasser von Mistplatten , Fahrsiloanlagen u. sonstigen verschmutzten Flächen (/befestigte Wege , Ausläufe, Paddocks muß aufgefangen werden

Regenwasseranfall 700 l/qm
Ausbringungsverbot 15.11 bis 31.01 Ausbringung auf aufnahmefähigen Boden – das verlängert u. U. Die Lagerzeit !!

Man denkt darüber nach , Laufstallbesitzer zu verpflichten , das kontaminierte Wasser (Regenwasser !) aus den Ausläufen aufzufangen und kontrolliert auszubringen. Damit verbunden ist eine Lagerkapazität von 700ltr pro Qm , um eine Speichen über die Winterzeit zu gewährleisten.

Diesen Vorschrift trifft vor allem gute Laufställe und wird diese wesentlich teurer machen.

Bestandsschutz haben GENEHMIGTE STALLANLAGE.

ACHTUNG: Ein Kuhstall hat keine Genehmigung als Pferdestall.

Überall , wo eine Veränderung vorgenommen wurde, erlischt der Bestandschutz.

HIER DROHT DIE STILLEGUNG

Lagerung von Mist auf befestigter Hoffäche und in bestehenden Hallen bedarf der Genehmigung.

Die Düngeverordnung legt im Genehmigungsverfahren Grundvoraussetzungen für Landwirte zugrunde:

ausreichende Flächenausstattung
unmittelbare Bodenertragsnutzung
Eignung des Betriebsinhabers
Gewinnerzielungsabsicht
Kumulierende Vorhaben
öffentliche Belage
ausreichende Erschließung

Würde ein vernünftiger Landwirt das Vorhaben mit vergleichbarem Verwendungaszweck und gleicher ausstattung für seinen Betrieb einreichen?

Ihr seht an diesen Genehmigungskriterien : Eine Hobbynutzung gibt in der Denkweise der Verwaltung nicht.

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BeitragVerfasst am: Do, 12. Apr 2018 12:27    Titel:   Antworten mit Zitat

Die Verordnung hat hier in meinem Umkreis einige Landwirte mit Kuhställen dazu gebracht ihre kleinen Betriebe aufzugeben.

Zusätzliche Auflagen für Siloplätze und Abnahmeverträge für Gülle (Ich rede grad von Milchbauern), machen es unwirtschaftlich für kleine Betriebe, die noch verantwortungsvoll mit ihren Tieren umgingen.

Meine Flächen habe ich bisher nicht für Prämien gemeldet und ich werde es auch in Zukunft nicht tun, um erstmal den Kopf tief zu halten.

Nötigenfalls kann ich allerdings für drei Ponys drei Hektar nachweisen, nur den Boden im Stall müsste ich neu machen. Zu allererst sind die gewerblichen Landwirte und Ställe im Visier.

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BeitragVerfasst am: Do, 12. Apr 2018 13:14    Titel:   Antworten mit Zitat

Ja so ist es. Aber auch die gewerblichen wenn diese "zuerst" dran sind, sind schon ein Problem für jeden privaten Offenstall. Der gewerbliche der bisher vielleicht Heu geliefert hat und Mist abgeholt hat muss das protokollieren und kommt ggf. zu dem Schluss - lohnt nicht Aufwand zu gross.
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BeitragVerfasst am: Do, 12. Apr 2018 13:43    Titel:   Antworten mit Zitat

Ich wusste, dass das Thema in Arbeit ist, habe es aber erst "denn mal" erwartet.
Ich halte meine Ponys auf nicht dafür zugelassener Fläche und lagere die Äppel auf offenem Boden, bis der Bauer es abholt.
Leider war das schon immer nicht nach den Buchstaben des Gesetzes, d.h. keine Mistplatte etc.

Ansonsten habe ich Glück mit gut 2 ha und 3 Ponys von zusammen gut 1000 kg Lebendgewicht und ohne Ausbringen von Dünger.
Die Urinieren allerdings fröhlich in die Gegend.

Ich bin gespannt, wie die LAG darauf reagiert mit ihrer Stallbewertung. Aktuell ist leider ihre Internetseite offline.

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BeitragVerfasst am: Fr, 13. Apr 2018 06:25    Titel:   Antworten mit Zitat

ich kümmer mich gerade um einen Container für den Mist
Allerdings verzweifel ich gerade daran jemanden für den Transport zu finden
Der Mist geht dann in die Biogasanlage,die nehmen den kostenlos
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