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Jakobskreuzkraut   

 
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Kugelblitz



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BeitragVerfasst am: Mo, 13. Jun 2016 14:44    Titel: Jakobskreuzkraut   Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

wie ist das eigentlich bei euch bzw. bei euch in der Gegend mit der Verbreitung von Jakobskreuzkraut?
Habt ihr es auf euren Flächen? Weideflächen? Heuwiesen?
Was unternehmt ihr dagegen?
Wohin entsorgt ihr entfernte Pflanzen?
Habt ihr viel mit Einflug von anderen Flächen zu kämpfen?
Wird bei euch von höherer Stelle aus etwas dagegen unternommen?
Habt ihr es in zugekauftem Heu gefunden bzw. guckt ihr danach?

Bei uns ist es eine echte Plage und weht immer wieder von Straßenrändern, Autobahnen und Naturschutzflächen ein. Macht echt Spaß. Da interessiert es mich doch, wohin es lohnen würde auszuwandern und wohin eher nicht Ironie

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proper preparation prevents from p*** poor performance
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Soyala




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BeitragVerfasst am: So, 31. Jul 2016 12:32    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo 😊
Bei uns im Süden (bei Freiburg) ist das JKK auch ein ziemliches Problem. Ich habe das Glück auf meinen Koppeln nur ganz vereinzelte Pflanzen zu haben. Diese reiße ich mit ganzer Wurzel aus und stecke sie in Restmüllsäcke. (füllt bei mir keinen viertel Sack) Das mache ich bevor die Pferde im Frühjahr zum ersten Mal auf die Fläche dürfen und kontrolliere das in der Weidesaison immer wieder. So lässt sich die Pflanze gut im Schach halten und sie stellt keine Gefahr für die Pferde dar. Ist aber natürlich bei größerem Befall ein enormer Zeitaufwand 😔. Was man vermeiden sollte ist das ausgestochene/ ausgerissene Kraut irgendwo liegen zu lassen, da es eine Schnellreife entwickeln kann und sich so dann doch noch verbreitet.
Mein Heubauer ist so verantwortungsvoll und macht nur Pferdeheu von JKK freien Wiesen.
Vielleicht kann man versuchen die "höheren Stellen" zu früherem Mähen der Staßenstreifen zu motivieren?
Liebe Grüße
Anne
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Herbstgold



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BeitragVerfasst am: Mo, 15. Aug 2016 15:44    Titel:   Antworten mit Zitat

Das mit den "höheren Stellen" ist ja ein großes Problem.
JKK ist eine heimische Pflanze und hat die Eigenschaft, schneller als andere Pflanzen, auf offenen Stellen zu wachsen und Humus zu produzieren. Ihre frühe Blätterrosette ist dafür besonders geeignet. Dass die Pflanze giftig ist, hilft ihr, diese Aufgabe in Regionen mit wenig Pflanzen auf schlechtem Boden zu erledigen, ohne gefressen zu werden.
Und weil das so ist, haben wir Pferdehalter in diesem Falle einen renommierten Gegner: der NABU.
https://schleswig-holstein.nabu.de/....cobsgreiskraut/19663.html
http://www.topagrar.com/news/Home-t....reuzkraut-an-1918413.html

Es ist eben von Thema zu Thema sehr verschieden, wen man sich zum Verbündeten sucht - in diesem Falle ist es mal der Bauernverband, mit dem wir Ja nicht immer dick befreundet sind.

Tatsächlich beziehe ich seit einigen Jahren mein Heu nicht mehr von Naturschutzflächen, sondern wieder von intensiv genutzten Mähweiden. tut mir sehr leid - aber einen anderen Weg weiß ich nicht.
Die Naturschutzflächen werden nun gar nicht mehr genutzt, weil das Heu ja keiner haben will, und darum blüht JKK dort völlig ungestört.
Schöner Mist.

Wir haben den Fall hier ganz aktuell in der Region - dass JKK überwuchert eine Fläche, die Beweidungsprojekt für Rinder und Wildpferde ist
http://www.cellesche-zeitung.de/S42....20Hornbosteler%20Hutweide
Es gab einen Aufruf der Gemeinde an alle Bürger, sich zu einem festgelegten Termin am "Pflücken" zu beteiligen, weil der Landwirt allein keine Chance hatte. Doch:
https://celleheute.de/nabu-gruppe-w....it-beim-jakobskreuzkraut/
und meint "Die Gefährlichkeit des Jakobskreuzkrautes werde oft maßlos übertrieben".
Ja, wer sich für Libellen und Fledermäuse interessiert, sollte bezüglich Pferden einfach mal den Mund halten.
Finde ich.

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osch
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BeitragVerfasst am: Fr, 19. Aug 2016 13:50    Titel:   Antworten mit Zitat

Das Nabu das so sieht ist erstmal so. Die Frage ist ob man einen Gegenbeweis erbringen kann?
Nabu sagt einfach die Pferde fressen das nicht (ist in den meisten Fällen ja sogar Fakt).
Gibt es irgendwo erfasste Zahlen von Tieren die daran gestorben sind?

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Sigi



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BeitragVerfasst am: Fr, 19. Aug 2016 23:58    Titel:   Antworten mit Zitat

Dass Pferde JKK nicht fressen trifft bei frischem JKK tatsächlich häufig zu, weil frisches JKK bitter schmeckt und Pferde den Geschmack und Geruch normalerweise nicht mögen (verlassen würde ich mich darauf aber auch nicht). Bei getrocknetem JKK ist dies ganz anders. Das JKK verliert beim Trocknen den typischen Geruch und Geschmack, das Gift bleibt aber erhalten. Im Heu oder in leicht angetrocknetem Zustand wird JKK sehr wohl gefressen.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass Todesfälle durch JKK irgendwo erfasst sind.
Akute Vergiftungen von größeren Menen JKK, die in kurzer Zeit aufgenommen wurden, sind eher selten (letale Dosis beim Pferd 40-80 g Frischgewicht je kg Körpergewicht; das wären bei einem 350 kg schweren Pony schon 14-28 kg frisches JKK oder 2-4 kg trockenes JKK).
Viel häufiger sind chronische Langzeitvergiftungen. Durch die schleichende Vergiftung können Symptome oft nicht sicher mit JKK in Zusammenhang gebracht werden.
Das ehem. Pferd einer Bekannten hatte z. B. einen Reheschub und extrem schlechte Leberwerte. Ursache war höchstwahrscheinlich die Fütterung von Heu, in dem JKK enthalten war. Das Pferd ist damals durchgekommen und hat sich erholt. Stirbt so ein Pferd aber an der Rehe, wird wohl kaum ein Tierarzt irgendwo erfassen (ggf. vielleicht gar nicht erkennen), dass dies an den Folgen einer JKK-Vergiftung lag.
Viele Informationen sind unter www.ak-kreuzkraut.de zu finden. Dort gibt es auch Links zu Informationen über an Pferden und Rindern durchgeführte Fütterungsversuche. Dass diese durchgeführt werden konnten, zeigt wohl deutlich das JKK von Pferden und Rindern gefressen wird. In einem der Versuche fraß lediglich ein von 24 Pferden kein JKK.
Die Krankheitsbilder sind recht unterschiedlich:
Konditionsverlust, Gewichtsverlust, Anorexie, Kolik, Obstipation oder blutige Diarrhoe, Tenesmus, evt. Rektumprolaps, Hämoglobinurie, häufiges Gähnen, Dyspnoe, Photosensibilität, Ikterus, später wegen Leberversagen hepatoenzephales Syndrom mit Unruhe, Taumeln, Ataxie, zielloses Wandern ("Walking Disease"), Zehenschleifen, Lecksucht, Blindheit, Kopfpressen, Depression, Konvulsionen, hepatisches Koma, Tod.
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Herbstgold



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BeitragVerfasst am: So, 21. Aug 2016 18:28    Titel:   Antworten mit Zitat

Weil du davon offenbar mehr verstehst:
wenn ein solches Symptom auftritt (oder mehrere oder auffällig) - gibt das die Untersuchung der Leberwerte Aufschluss? Oder kann ein Pferd unauffällige Leberwerte haben, obwohl es ganz bestimmt (ich kenne das Heu dort) den ganzen Winter hindurch JKK mitgefressen hat?

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Sigi



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BeitragVerfasst am: Do, 25. Aug 2016 20:36    Titel:   Antworten mit Zitat

Auf der angegebenen Internet - Seite seht, dass eine labordiagnostisch und pathologisch-anatomisch nachweisbare Leberschädigung relativ typisch ist (SDH, GLDH , direktes Bilirubin). Ob es auch Fälle gibt, bei denen Symptome auftreten, die Leber Werte aber (noch) unauffällig sind, weiß ich leider nicht.
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Herbstgold



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BeitragVerfasst am: Mi, 05. Okt 2016 10:38    Titel:   Antworten mit Zitat

Inzwischen weiß ich hier selber mehr, und es sind keine guten Nachrichten:

Die Leberwerte weisen erst dann Auffälligkeiten auf, wenn die Leber bereits zu ca. 70% geschädigt ist. So lange versucht sie zu kompensieren und übernimmt sich völlig. Das erklärt auch den dann folgenden recht plötzlichen Zusammenbruch.
Wir müssen also davon ausgehen, dass uns die Leberwerte in die Irre führen.

Meine Informationen stammen aus einem Lehrgang zum Tierheilpraktiker.

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Herbstgold



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BeitragVerfasst am: Mi, 02. Nov 2016 17:02    Titel:   Antworten mit Zitat

oh oh, nun geht es gar nicht mehr nur um die Leberwerte unserer Vierbeiner:

http://www.arcor.de/content/aktuell....ein-belastet,content.html

02. November 2016 15:34
Natur Jakobs-Kreuzkraut: Honig aus Schleswig-Holstein belastet
Kiel (dpa/lno) - Sommerhonige aus Schleswig-Holstein sind in diesem Jahr deutlich mehr mit Giftstoffen belastet. Rund drei Viertel der bislang 273 untersuchten Proben waren nach Angaben des Umweltministeriums mit giftigen Pyrrolizidin-Alkaloiden (PA) belastet. Bei knapp einem Fünftel war der Orientierungswert von 140 Mikrogramm/Kilogramm (ein Millionstel Gramm) überschritten. Aufgrund niedriger Temperaturen und Regens hätten die Bienen weniger blühende Pflanzen gefunden, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). «Das hat Bienen zum Ausweichen ins Jakob-Kreuzkraut gezwungen.» Diese und andere Wildpflanzen bilden PA als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde. Sie können unter bestimmten Umständen auch für Menschen gefährlich sein. Den betroffenen Imkern wurde empfohlen, die belasteten Honige nicht zu vermarkten.

"Den betroffenen Imkern wurde empfohlen, die belasteten Honige nicht zu vermarkten." Sehr witzig - die müssen mit ihrem Honig Geld verdienen. Was werden sie wohl tun? Hoffentlich gehen sie auf die Barrikaden!

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Asterix
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BeitragVerfasst am: Sa, 03. Jun 2017 20:31    Titel:   Antworten mit Zitat

Aus gegebenem Anlass kann ich mich daran beteiligen. Mein Pferd hat eine ausgeprägte Zirrhose aufgrund von (höchstwahrscheinlich) JKK-Vergiftung. Jedenfalls lassen das Leberwerte und Biospie vom Tierspital in Zürich vermuten.
Wann das passiert ist, wie lange das gedauert hat, das kann leider keiner sagen.

Wir haben die verschiedensten Dinge versucht, um die weitere Zerstörung der Leber zu verhindern. Ohne Erfolg. Aktuell also "palliative Situation". Prognose extrem variabel, da es ihm klinisch viel zu gut geht für den Zustand seiner Leber, aber wohl nicht mehr als ein Jahr, vielleicht auch deutlich schneller.

Ich hätte nie gedacht, dass uns das mal betrifft, aber nur so als Warnung: Passt auf, macht Heustichproben, sprecht mit euren Heulieferanten, prüft Koppeln!

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Du kannst alles, was du willst!

Und hier kommt mein Blog: http://asterixundanjaperasperaadastra.blogspot.com/
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Herbstgold



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BeitragVerfasst am: Sa, 03. Jun 2017 22:20    Titel:   Antworten mit Zitat

Ach du liebe Güte!
Das tut mir sehr leid! Alle hier tun, was sie können, aber manches kann man eben nicht - so auch 100% sicher sein beim Heu bzw. wirklich jede Handvoll Heu prüfen.
So ein Mist!

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HorsemanKruemel
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BeitragVerfasst am: So, 04. Jun 2017 08:33    Titel:   Antworten mit Zitat

Oh nein, was für ein Albtraum!!!
Das tut mir unheimlich leid für dich..

Wir hatten dieses Jahr eine einzige JKK Pflanze auf der Weide und haben sie umgehend entfernt. Unsere Heulieferanten kennen ebenfalls die Gefahr und haben zum Glück kein JKK auf deren Wiesen. Aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste...

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