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bei Blitz und Donner   

 
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Herbstgold



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BeitragVerfasst am: Sa, 13. Mai 2017 18:41    Titel: bei Blitz und Donner   Antworten mit Zitat

Heute war ich kaum 20 Minuten bei den Ponys, es es zu regnen anfing. Ich hoffte auf einen kurzen warmen Sommerregen und setzte mich ins Heu mit Blick auf die Ponys. Schnell wurde daraus Hagel und die Ponys gingen in den Unterstand. Derweil grummelte es für weit entferntes Gewitter. Aus dem Hagel wurde sehr heftiger Regen.
Leider nahm das Gewitter akkurat Kurs auf uns und sehr bald blitzte es heftig und krachte laut. Ich war überrascht, dass die Ponys das nicht cool hinnahmen. Als es erstmals nicht grollend donnerte, sondern mit heftigem Knall, rissen sie die Köpfe hoch. Mit dem zweiten Knall kam Raffi kurz aus dem Unterstand heraus, mit den dritten Knall kamen alle drei raus und machten im Regen einen Kreis im Gänsemarsch, doch Mona ging wieder unter den Unterstand und die Jungs folgten. Sofort kam der nächste knisternde Blitz und krachende Donner und alle drei sausten aus dem Unterstand ins Freie. Und dort blieben sie, obwohl es nun überaus heftig zu hageln begann. Sie drehten sich und wanden sich im Hagel, aber kamen nicht wieder unter Dach.
Wir Menschen lernen zu unterscheiden, wann etwas "nur" eine zeitliche Abfolge ist und wann eine kausale - das können Pferde nicht. So leid sie mir taten, doch sie folgten ihrer eigenen Logik: sowie wir unter das Dach gehen, kracht es.

Und genau passend zur Definition
"einmal ist keinmal
zweimal ist Zufall
dreimal ist der Anfang von Lernen"

hatten sie schließlich gelernt.
Etwas Falsches

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sigga



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BeitragVerfasst am: So, 14. Mai 2017 08:26    Titel:   Antworten mit Zitat

Ich glaube nicht, dass sie hier einem Lerneffekt folgen, sondern eher einem Instinkt. Wenn es blitzt und donnert, ist es auf freier Fläche deutlich sicherer als wo drunter.

Konnte mal die Isländerherde, in der meine beiden 3 Jahre verbracht haben, bei einem aufziehnenden Gewitter beobachten, Unterstand war um die Ecke.

Alles lief in absoluter Ruhe und Gelassenheit ab, obwohl es doch sehr intensiv "wetterte".

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samsam
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BeitragVerfasst am: So, 14. Mai 2017 22:12    Titel:   Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn es blitzt und donnert, ist es auf freier Fläche deutlich sicherer als wo drunter.


Ich hoffe ja jedesmal bei Gewitter, dass die Pferde sich in den Unterstand stellen weil bei einem Blitzeinschlag dort vermutlich der Blitz über die Regenrinne abgeleitet werden würde (so hoffe ich zumindest).
Und auf der Wiese ohne höhere Punkte drum herum ist es doch eigentlich am gefährlichsten oder?
Leider wissen Pferde aber nix von einer Regenrinne...

Ich habe bisher nur einmal eine Situation am Stall erlebt wo es extrem heftig gewitterte und regnete - außerdem war es auch schon etwas dunkel und durch das Gewitter war es dann wie Nacht. Ich hab das Paddock (auf dem auch der Unterstand ist) aufgemacht damit die Pferde in den großen Stall in ihre Boxen rein laufen können, aber kein Pferdchen in Sicht. Gerufen... nix. Dann hatte ich schon Angst dass sie evtl. schon panisch durch den Zaun gelaufen sind und bin deshalb ein Stück auf die Weide raus gelaufen. Dort sah ich sie dann alle am Ende des Weidezauns in einer Ecke stehen. Ich konnte dann mein Pferdchen doch locken und die anderen kamen hinterher. Alle waren sehr angespannt, ängstlich und klatschenass und sind dann regelrecht in die Boxen gerannt.

Im Unterstand wollten sie sich wohl nicht unterstellen und haben entschieden dass es auf der Weide sicherer ist. Im großen Stallgebäude dann aber in ihren Boxen waren sie sehr schnell ruhig. Das hat mich schon gewundert. Warum gibt der Unterstand keine Sicherheit, aber das große Gebäude und die Boxen?

Wenn bei uns richtig heftige Unwetter angesagt sind versuchen wir die Pferde dann über Nacht in die Boxen zu stellen, aber nicht immer weiß man es rechtzeitig vorher wenn ein Unwetter kommt...
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HorsemanKrümel
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BeitragVerfasst am: Mo, 15. Mai 2017 09:01    Titel:   Antworten mit Zitat

Hmmm... ein sehr interessantes Thema, über das ich mir auch schon meine Gedanken gemacht habe. Ich bekomme nämlich richtig Panik, wenn ich bei Gewitter draußen bin. Am unwohlsten fühle ich mich auf weiter Feld und Flur.

Also ich denke mal, Pferde haben keine Ahnung von Physik, sie haben nur ihre Naturinstinkte. Vom Faradayschen Käfig (Unterstand mit Blechdach und Regenrinne) oder Blitzableiter haben sie noch nichts gehört und deshalb beruhigt es sie wohl auch nicht.
Gefährlich wird es in der Natur ja, wenn man sich unter Bäume stellt. Ich vermute mal, dass sich Pferde deshalb nicht gerne irgendwo unterstellen wenn es kracht und blitzt. Deren Logik reicht nicht so weit, zu unterscheiden zwischen Bäumen und von Menschen gemachten Hütten.

Auf freiem Feld zu stehen ist auch gefährlich, zumindest bei uns im Flachland. Aber so ein Ponypopo ragt mit seinen ~ 1,50m nicht sooooo nennenswert in die Höhe wie beispielsweise eine Eiche, sodass er nicht unbedingt der erste Angriffspunkt für einen Blitz darstellt, zumindest, wenn Bäume in der Nähe sind, die höher hinaus ragen.

Auf dem Foto von Sigga machen es die Ponys genau richtig, wie man es als Wanderer immer erklärt bekommt - man sucht sich die tiefste Stelle in der Umgebung und macht sich so klein wie möglich. Ponys können nicht in die Hocke gehen, also stellen sie sich nur ruhig hin.

Ja und warum haben Pferde im festen Stallgebäude keine Angst?
Das ist wirklich eine gute Frage! Vielleicht, weil eine Box so völlig unnatürlich ist, ein Pferd seinen Instinkten nach niemals da reingehen würde, aber es vom Menschen so beigebracht bekommen hat, dass es dort völlig sicher ist?
Das ist doch auch ein Phänomen, dass Pferde bei Feuer eher in den Boxen bleiben, weil sie dort eine vermeintliche Sicherheit haben.
Oder an Silvester, da haben sie in Boxen ja auch keine / weniger Angst.

Naja oder vielleicht ganz simpel - sie sind im festen Stallgebäude von den Umwelteinflüssen stark abgeschirmt, sodass vom Getöse nicht mehr so viel ankommt, dass es Angst auslöst.
Wenn der Donner nur noch gedämpft zu hören ist, ist das ja in der freien Natur ein Zeichen davon, dass das Gewitter auf dem Rückzug ist. Das beruhigt natürlich. Und die Blitze sind auch nicht mehr so stark zu sehen.

Jedenfalls sehr interessant, sich mal damt zu beschäftigen... ich persönlich ziehe auch meine Wohnung oder mein Auto vor wenn es gewittert... Am Stall bin ich dann gar nicht gerne! Und wenn mein Mann dann auch noch einen Feuerwehreinsatz bekommt, hab ich auch noch Angst um ihn...

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sigga



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BeitragVerfasst am: Mo, 15. Mai 2017 09:17    Titel:   Antworten mit Zitat

Ich glaube, ob sich Pferde im festen Stallgebäude sicherer fühlen oder nicht, ist einfach ein Lerneffekt oder vielleicht auch sowas wie "Resignation". Sie können ja nicht raus, bei einem Unterstand haben sie ja die Entscheidung.

Natürlich wird's auch Pferde geben, die weniger naturnah aufgewachsen sind, die das natürliche Verhalten nicht gelernt haben und die dann eher den Unterstand oder den Stall wählen als die freie Fläche. In Herbstgolds Fall bin ich von eher instinktsicheren Pferden ausgegangen.

Meine in Island gänzlich ohne Bäume und Unterstände (im Normalfall gibt's auf den Weiden nur Windbrecher, Stall gibt's wenn zumeist nur kurze Zeit im Winter) geborene alte Stute Björk ist diesbezüglich z.B. auch deutlich strikter in der Umsetzung als ihre Tochter, die mit Bäumen und menschgemachten Gebäuden aufgewachsen ist. Björk verweigert jegliche Überdachung, wenn sie die Wahl hat, sobald Wind und Regen einsetzt. Sie kennt Box, randaliert dort zwar nicht, aber fühlt sich eingesperrt einfach nicht wohl. Wenn sie die Wahl hat, dann nutzt sie das Weidezelt eigentlich nur im Sommer als Schutz gegen die Fliegen und Stechgetier.

Zum Thema Hagel gibt's übrigens eine nette aus einem Stall, wo wir mal standen. Es gab dort bei den Wallachen in der Gruppe auch 2 Isländer. Der Stallbesitzer hat mir mal ganz verwundert berichtet, dass diese zwei bei einsetzendem Hagel ganz bewusst im Gegensatz zum Rest der kleinen gemischten Herde den Unterstand verließen und den Eindruck machten, dass sie die Massage durch die Hagelkörner sichtlich angenehm empfanden glücklich grinsend

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Herbstgold



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BeitragVerfasst am: Mo, 15. Mai 2017 09:30    Titel:   Antworten mit Zitat

Sigga hat insofern Recht, als meine Ponys naturnah leben und meistens nach Instinkt oder Lebenserfahrung entscheiden. Sie hatten jahrelang gar kein Dach außer Bäumen. Der derzeitige Unterstand ist endlich groß genug, dass alle 3 Ponys trotz der rangordnunggeschuldeten Differenzen hineinpassen. Ausgerechnet das freilebend aufgewachsene Exmoorpony benutzt den Unterstand auch sonst bei Regen und zum Schlafen (nicht immer, aber immer öfter).

Mich hätte auch gar nichts gewundert, wären sie nicht beim ersten Hagelschauer allesamt unter Dach gegangen und dort trotz des beträchtlichens Lärms auf dem Dach geblieben.

Ich gestehe, dass ich noch nicht oft bei beginnendem Gewitter zu den Ponys gedüst bin, um sie zu beobachten. Ich neige dazu, dann in mein gemütliches Häuschen zu flüchten und Cappuccino zu machen. Eventuell muss ich das mal ändern.

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